Warum sichtbare Layer wichtig sind
Alles begann mit einem Creality Ender 3 V2 – von mir liebevoll Prototypendrucker genannt.
Die Schichthöhe des ersten BAL-Modells war von Anfang an dazu bestimmt, sichtbar zu sein. Die einzelnen Layer verlaufen parallel zur Längsseite des Objekts. Das hat nicht nur einen ästhetischen, sondern auch einen funktionalen Grund: Asche lässt sich dadurch leicht von der Oberfläche abstreichen.
Die Konstruktion des 3D-Druckers selbst ließ eine feinere Ausführung zunächst nicht zu. Also habe ich nicht versucht, die Layer zu verstecken, sondern mit ihnen gearbeitet.
[Bild A: Erstes Modell mit sehr deutlich sichtbaren Layern]
Was dabei auffällt: Durch die sichtbaren Layer bekommt das Objekt mehr Tiefe. Jede einzelne Schicht erzeugt eine kleine Kante und damit eine weitere Möglichkeit für Licht und Schatten. Die Oberfläche wirkt plastischer und lebendiger.
Beim 3D-Druck ist eine der ständigen Herausforderungen, die Schichthöhe möglichst klein zu halten.
[Bild B: Druck im Drucker, fotografiert durch die Glasscheibe]
Kleinere Schichten bedeuten in der Regel eine glattere Oberfläche, ein feineres Erscheinungsbild und – je nach Objekt – auch sauberere Funktionen, aber auch höhere Laufzeiten, da mehr Schichten aufgetragen werden. Ein großer Teil der Optimierung beim 3D-Druck besteht deshalb darin, Schichthöhen, Slicer-Einstellungen und Druckparameter immer weiter zu verbessern und auch die Hardware entsprechend anzupassen.
Nach Jahren der Optimierung ist es nun möglich, genau das Gegenteil zu tun: sichtbare Layer bewusst einzusetzen – mit Tiefe, Struktur und Charakter. Die Layer sind dabei nicht einfach ein Fehler oder eine Einschränkung des Verfahrens. Sie sind ein Teil seiner Sprache.
Und genau das fasziniert mich am FDM-Druck. Es ist eine Technologie, die noch immer Fragen aufwirft und Menschen zum Staunen bringt.
Was kann man alles damit drucken?
Wie funktioniert das?
Wie sieht das am Ende aus?
[Bild C: Sichtbare Layer, sichtbare Balance]
Egal, ob man einen Räucherstäbchenhalter, eine Vase, einen Stuhl oder sogar ein ganzes Haus aus Beton im FDM-Verfahren druckt: Die Schichten bleiben charakteristisch. Sie machen ein 3D-gedrucktes Objekt unverkennbar.
Für BAL sind die Layer deshalb nicht etwas, das unbedingt verschwinden muss. Sie sind Teil des Objekts.
Zusammenarbeiten
[tdi]
In einem der nächsten Journale zeige ich, wie man die Layer verschwinden lassen kann – wenn eine glatte Oberfläche gewünscht ist.